Zwischenräume

SUNDERMANNarchitekt

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Architektur heißt heute alles Mögliche. Dies zu begreifen, bewirkt bedauerlicherweise Missverständnisse. Begriffe vertreten lediglich formale Ansprüche von Theorien über Architektur. Ein offenes Verständnis für Architektur hingegen verantwortet alltägliches Leben.

All das vermitteln Bauwerke. Sie spiegeln Utopien und Dystopien im Missverhältnis eines erfüllten und vertanen Lebens. Aus diesem realen Gegensatz bildet das Imaginäre offene Zwischenräume im Herrschaftsgebiet des Symbolischen, die es zu beleben gilt.










Robert Frost


Den Weg nicht genommen  (1920)

 

Zwei Wege gabelten sich im herbstlichen Wald,

Doch beide konnte ich leider nicht gehen,

Und als ein Wanderer blieb ich lange stehen

Und schaute hinab soweit mein Blick reichte,

Bis zum Gehölz, in dem er verschwand;

 

Dann nahm ich den anderen, das war einerlei

Und vielleicht auch eine bessere Wahl;

Denn seine Spur im Gras war weich

Und fast nicht zu sehen und auf ihm zu gehen,

Glich meinem Weg auf anderem Pfad,

 

Und beide waren diesen Morgen mit Blättern bedeckt,

Nicht schwarz im Laub zeigte sich ein Schritt,

Oh, Ich kennzeichnete den ersten für einen anderen Tag!

Wohl wissend, wie Wege auf Wege führen,

Ich zweifelte: finde ich hierher jemals zurück?

 

Ich sollte dies mit einem Seufzer sagen,

was zählen Jahre und Jahre hinfort:

Zwei Wege gabelten sich im Wald, und ich –

Ich wählte den, auf dem kaum jemand ging,

Und das hat all den Unterschied gemacht.

 

MS_30.10.12(2)